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Donnerstag, 21.08.2008

Chronischer Durchfall

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Chronischer Durchfall ist ein häufiges Krankheitsbild in der Praxis des Hausarztes oder des Internisten. Man spricht von Durchfall bei mehr als drei Stuhlentleerungen pro Tag und bezeichnet ihn als chronisch, wenn er länger als 14 Tage besteht. Häufig geht er mit einer Reihe weiterer Symptome einher.

Dr. med. Markus Lambertz, Facharzt für Innere Medizin/ Gastroenterologe am Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen.

Bei weitem nicht so häufig wie das Reizdarmsyndrom oder die Milchzuckerunverträglichkeit, die ich unter anderen in der vergangenen Woche beschrieben habe, aber von wesentlicher Bedeutung sind die so genannten chronischentzündlichen Darmerkrankungen, Morbus Crohn und Colitis ulzero-sa.

Wie aus der Bezeichnung hervorgeht, begleiten sie den Patienten ein Leben lang. Die ersten Symptome wie Durchfall, unter Umständen mit Blut im Stuhl, Bauchschmerzen Dr. med. Markus Lambertz, Facharzt für Innere Medizin/ Gastroenterologe am Elisabeth Krankenhaus ReckUnghausen. oder Fieber, treten in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf, können sich aber auch schon früher zeigen.

Ursache ist eine chronische Darmentzündung, die beim M. Crohn sämtliche Abschnitte des Verdauungstrakts von Mundhöhle bis Enddarm befallen kann und bei der Colitis ulzerosa den Dickdarm (Kolon) betrifft. Es liegt eine gestörte Immunantwort des Darmes vor. Zur Diagnosestellung gehören obligat Magen- und Da/mspiegelung mit der Entnahme von Gewebeproben. Die Behandlung besteht vor allem in der Gabe anti-entzündlicher Medikamente, unter Umständen auch von Kortison oder noch stärker wirksamen Immunsup-pressiva. Hierdurch können akute Schübe häufig komplett gebessert oder hinausgezögert werden. Eine Heilung ist nur für die Colitis ulzerosa durch operative Entfernung des gesamten Dickdarmes möglich, eine Maßnahme, die aus nahe liegenden Gründen erst am Ende einer längeren, erfolglosen Behandlung steht. Für die Colitis ulzerosa besteht zudem nach langjährigem Krankheitsverlauf ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, daher wird zu regelmäßigen Darmspiegelungen (Koloskopie) zur Vorsorge geraten.

Menschen, die an chronischem Durchfall leiden, sollten sich nicht scheuen, sich an ihren Hausarzt zu wenden. So kann die Diagnose gestellt und durch die entsprechende Behandlung die Beschwerden beseitigt oder gelindert werden.

Quelle: Recklinghäuser Zeitung