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Montag, 17.11.2008

Aufruf zur Beteiligung an der „Aktiven Mittagspause“

Das Aktionsbündnis zur Rettung der Krankenhäuser ruft alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschlands Kliniken dazu auf, sich am 18. November 2008 um 12 Uhr zu einer halbstündigen „Aktiven Mittagspause“ zu versammeln, um ihrer Forderung nach echter und sofortiger Hilfe zugunsten der Kliniken Nachdruck zu verleihen und Politiker, Bürger und Patienten von der Berechtigung ihrer Forderung zu überzeugen.

Aus Sorge um die unzureichenden Finanzierungszusagen der Bundesregierung legen die Mitarbeiter der Elisabeth Krankenhaus GmbH am 18.11.2008 von 12:00 bis 12:30 die Arbeit nieder. Zur Aktion aufgerufen hat das Aktionsbündnis zur "Rettung der Krankenhäuser".

Die Geschäftsführung der Elisabeth Krankenhaus Gmbh unterstützt den Aufruf deutlich: "die bisherigen Zusagen der Bundesregierung reichen vorne und hinten nicht. Uns stehen Tarifsteigerungen in Haus, Energiepreise sind gestiegen und unsere Mitarbeiter verdienen gerechte Arbeitsbedingungen und auch entsprechenden Lohn dafür."

Trotz der großen Beteiligung an der Großdemonstration in Berlin am 24.9.2008, dort protestierten u.a. auch 40 Mitarbeiter aus der Elisabeth Krankenhaus GmbH gegen das "Kaputt-Sparen" der Krankenhäuser, sind die Reaktionen der Politik darauf enttäuschend, so Frau Liane Neumann die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung. "Wenn das so weitergeht, ist die Qualität der stationären Versorgung gefährdet. Das wollen wir nicht, dafür haben wir nicht diesen Beruf gewählt."

Die Aktion wird bundesweit in allen Kliniken zur gleichen Zeit stattfinden. Die Patientenversorgung geht uneingeschränkt weiter, die Mitarbeiter des Elisabeth Krankenhauses nutzen ihre Mittagspause und versammeln sich am Nebeneingang an der Röntgenstr. 10, um auf ihre Nöte hinzuweisen.

In den letzten zehn Jahren ist bereits jedes zehnte Krankenhaus geschlossen, ein Fünftel aller Betten sind abgebaut und 100.000 Arbeitsplätze gestrichen worden. Gleichzeitig sind aber die Zahl der Patienten und die Schwere ihrer Erkrankungen gestiegen. "Bei immer mehr älteren Menschen müssen wir auch mit einem weiteren Anstieg rechnen," erklärt Dr. Rudolf Kösters, Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Die Lage spitzt sich aktuell zu, weil die Kosten für Energie explodieren und die Tarife der Mitarbeiter steigen. Hinzu kommen die Kostensteigerungen für Medizintechnik und Arzneimittel. Viele Kliniken haben bereits Ausnahmeklauseln nutzen müssen und die Gehälter der Mitarbeiter zumindest vorübergehend abgesenkt. "Der Gesetzentwurf lässt in seiner derzeitigen Form eine Finanzierungslücke von 6.7 Mrd. Euro". Der Abbau von Stellen ist praktisch ausgereizt, denn schon jetzt sind viele Dienstpläne nur noch mit geplanten Überstunden aufzustellen oder werden innerbetrieblich anders verteilt. "So können auf Dauer keine qualifizierten Ärzte und Pflegefachkräfte gewonnen und gehalten werden", erklärt Dr. Rudolf Kösters. Schon heute könne manche Arztstelle nicht mehr besetzt werden.