Infos & Service

Welche Krankheitsbilder werden behandelt?

Unsere Krankenhäuser bieten Diagnostik und Therapie für die verschiedensten Krankheiten an.

Freitag, 09.11.2007

Nach dem 60. Lebensjahr steigt das Risiko

Vortrag zum Auftakt der Herzwochen in Haltern:Viele Betroffene nehmen Schlaganfall nicht sofort ernst genug

Haltern am See. Plötzlich zittern die Hände, die Tasse fällt aus der Hand? Sie sehen alles doppelt oder können sich nicht mehr bewegen? Nur zwei Symptome eines gerade erlebten Schlaganfalls, Thema des Auftaktvortrags zu den 6. Halterner Herzwochen. Als Experte klärte Dr. Rolf-Dieter Beythien, Kardiologe und Chefarzt am St. Sixtus-Hospital, über eine Erkrankung des Gehirns auf, deren Symptome viele Betroffene nicht sofort ernst nehmen. "Weil es anders als bei einem Herzinfarkt erstmal keine Schmerzen gibt", so Spezialist Beythien.

Die meisten Erkrankten trifft ein Schlaganfall ab 60 Jahren und aufwärts. Mangelnde Durchblutung aufgrund erkrankter Gefäße führt dazu, dass einzelne Hirnteile nicht mehr funktionieren, etwa das Seh- oder das Sprachzentrum. Auch Hirnblutungen können eine Ursache sein. "Der Brandherd, also der Infarktkern wächst innerhalb von acht bis zwölf Stunden", so Beythien.

Er rät deshalb, auf der Hut zu sein: "Wenn's vorher donnert, kommt auch das Gewitter. Daher vorübergehende Ausfälle nicht verharmlosen." Es gilt bereits bei den ersten Anzeichen sofort Notruf 112 zu wählen. Dazu gehören auch Schluckstörungen oder das plötzliche Verwechseln von Worten. Entscheidend sind die ersten drei Stunden nach dem Schlaganfall. Innerhalb dieser Zeit sollte das Krankenhaus eine Computertomographie (CT) durchführen. Nur so lässt sich erkennen, ob und um welche Form des Schlaganfalls es sich handelt.

Schon acht Stunden später ist jede Hilfe vergebens, bleiben irreparable Schäden am Gehirn zurück. "Nur zu 30 Prozent kommen Patienten zum richtigen Zeitpunkt in eine Klinik", so Beythien. Er beklagt die Versorgungslage für Schlaganfallpatienten, die schlechter ist, als die bei Herzinfarkten. Aber selbst, wenn im Ernstfall korrekt gehandelt wird, sind nicht immer alle Folgen der Erkrankung heilbar. "Es gibt nicht das risikofreie Leben", so Dr. Rolf-Dieter Beythien.

Quelle: WAZ