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Du warst kleiner als ein Gummibär
Dickdarm, Dünndarm, Magen - da war doch noch was? „Wir haben die Nieren vergessen", hallt es durch die 3b. Beim Zusammensetzen der Organe an einem Modell haben die Drittklässler der Grundschule Im Romberg kurzerhand die Nieren ausgelassen. Bio-Unterricht zum Anfassen gab's gestern Morgen in der Grundschule.
144000 Mal am Tag schlägt das menschliche Herz, mal schneller, mal langsamer. Wie sich das Klopfen des eigenen Herzens anhört, lauschten die Mädchen und Jungen der 3b an diesem Morgen. „Ihr seht, dass euer Herz ein echter Hochleistungssportler ist", sagt Dr. Claudia Daub, Oberärztin in der Kardiologie des Elisabeth-Krankenhauses, die für zwei Stünden den Unterricht in der 3b übernimmt.
„100 zu 60", fachmännisch hatte Fabian seinem Sitznachbarn Jonah die Armbinde des Blutdruckmessgeräts umgelegt und dessen Werte gemessen. „Wenn man Sport macht, schlägt das Herz schneller als sonst", weiß Monja. „Wisst ihr denn auch, wie der Mensch von Innen aussieht", fragt die Oberärztin ihre kleinen Schützlinge. Kurzerhand werden „Eva", einem Anschauungsmodell, die Organe entnommen. Die anfängliche Zurückhaltung der Kinder weicht der Neugier. „Das ist überhaupt nicht eklig. So sieht das in euren Körpern auch aus."
„Die Rippen schützen Lunge und Herz und das Herz ist ein Muskel, der sich zusammenzieht." Jonah ist schon ein echter Experte in der menschlichen Anatomie.
„Das sieht ja aus wie ein alter Schuh", ruft Hermann in die Klasse als es an die Verdauungsorgane geht. Hermann meint den Magen. Dr. Claudia Daub verteilt Leber, Lungenflügel und Brustkorb an die Kinder. Die prüfen sie auf Aussehen, Größe und Form. „Wie lang ist denn wohl unser Dünndarm?" Maxi ist sich ziemlich sicher: „Der ist größer als der Mensch selber." Und Florentine weiß über die Funktion der Nieren bestens Bescheid: „Die Nieren säubern das Blut. Das saubere Blut bleibt im Körper, der Rest wird zu Pipi." Große Augen machen die Kleinen als Daub einen winzigen Fötus aus der Gebärmutter des Modells nimmt. „So klein ist das?" „Ja, Mann. Du warst auch mal kleiner als ein Gummibärchen", raunzt Maxi seinen Nachbarn an.
So eine Biostunde hätten die Minis gerne öfter. „Warum haben wir nicht über das Gehirn gesprochen", fragt Jonah die Fachfrau in Sachen Herzerkrankungen. „Beim nächsten Mal machen wir das bestimmt", verspricht sie.

