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Beim Schlaganfall zählt jede Minute
Das Schlaganfalltelefon im Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen informiert über "Warnzeichen, Vorbeugung und Nachsorge" am Mittwoch den 10. 05. 2006 von 12 bis 16 Uhr unter der Rufnummer 02361/ 601-285.
"Beim Start vor neun Jahren wurde mir noch prognostiziert, das wäre eine Totgeburt", sagt Dr. Heinz-Dieter Oelmann über seinen Arbeitsplatz - die "Stroke Unit" der Klinik für Neurologie im Gladbecker St.-Barbara- Hospital. Doch mittlerweile seien auch damalige Skeptiker davon überzeugt, "dass es absolut wichtig ist, Schlaganfallpatienten von Anfang an nicht einfach ihrem Schicksal zu überlassen".
Die Vorboten sind leise: Wochen oder Tage vorher sendet das Gehirn kurze Signale - wie Doppelbilder oder ein Flimmern vor den Augen. Man hat Probleme, das richtige Wort zu finden, Taubheitsgefühle, Kribbeln in den Armen und Beinen, ein schiefes Lächeln. Für rund 250000 Menschen jährlich in Deutschland ist ein Schlaganfall daher eine niederschmetternde Diagnose. "Früher hieß es: ?Da kann man nichts machen, da muss man abwarten, wie sich die Erkrankung entwickelt. Heute gibt es aber gute Behandlungsmethoden, die schwerste Spätfolgen oder den Tod verhindern können", sagt Oelmann über die Funktion der oft lebensrettenden "Stroke Units". Diese gibt es im Kreis außer im St.-Barbara-Hospital Gladbeck noch im St.-Elisabeth-Krankenhaus, im Knappschaftskrankenhaus (beide in Recklinghausen) und im Ev. Krankenhaus in Castrop-Rauxel.
Am Deutschen Schlaganfalltag am morgigen Mittwoch, 10. Mai, wollen alle vier Kliniken ihre speziell auf die Bedürfnisse von Schlaganfall-Patienten abgestimmten Stationen vorstellen. Neben Führungen durch die Neurologie-Abteilungen gibt es auch eine Telefonberatung zum Thema. Das Knappschaftskrankenhaus RE greift die "Schlaganfall-Vorbeugung" außerdem im Rahmen seines Präventionstages am 14. Mai auf.
"Schon in den ersten drei Stunden nach dem Schlaganfall entscheidet sich, ob ein Patient bleibende Schäden davonträgt, vielleicht sogar zum Dauerpflegefall wird - oder nicht", erklärt Dr. Thomas Günnewig vom St.-Elisabeth-Krankenhaus in RE. Und eben nur in den "Stroke Units" sei eine schnelle und wirkungsvolle Gerinnselauflösungsbehandlung möglich, bei der versucht wird, ein verschlossenes Blutgefäß im Gehirn zu öffnen und so die Sauerstoffzufuhr wieder zu gewährleisten. "Bei den Rettungsdiensten hat sich diese Tatsache rumgesprochen, sie liefern direkt in die vier Kliniken ein". Überzeugungsarbeit müsse man aber bei vielen Angehörigen der Patienten leisten, die diesen lieber ortsnah untergebracht sähen.
Probleme gäbe es öfter auch mit den Diagnosen der Hausärzte: "Denn es werden leider noch immer weniger als 30 Prozent aller Schlaganfälle überhaupt als Notfälle erkannt. Bis die Patienten dann bei uns ankommen, ist wertvolle, vielleicht die entscheidende Zeit vergangen."
Das Schlaganfalltelefon im St.-Elisabeth-Krankenhaus RE zu "Warnzeichen, Vorbeugung und Nachsorge" ist am Mittwoch von 12 bis 16 Uhr unter 02361/ 601-285 zu erreichen. -
Von Oliver Prause | Dienstag, 09. Mai 2006 | Quelle: Recklinghäuser Zeitung
