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Samstag, 26.01.2008

Wunden heilen im Kaminzimmer - Trauer-Cafe des Hospizes gut besucht

Trauernde zu begleiten und ihnen Hilfestellung zu bieten - das erhofft sich Barbara Sonntag, Leiterin des Hospizes zum heiligen Franziskus, mit dem Umzug des Trauer-Cafes ins nahe gelegene August-Mäteling-Haus.

Zwar existierte das Angebot bereits in den Räumen des Hospizes. Doch viele Betroffe­ne betraten nach dem Tod ei­nes nahen Angehörigen das Hospiz nicht mehr, weil es zu viele Wunden aufriss. „Mit dem Umzug an die Behringstraße wollen wir dem Rech­nung tragen und es Trauern­den leichter machen", erklärt Sonntag.

Bereits zum zweiten Mal standen die Tüten des Kamin­zimmers im Äugust-Mäteling-Haus offen für Menschen, die über ihren Verlust reden woll­ten und jemanden zum Zuhö­ren brauchten. Zehn Men­schen nahmen das Angebot wahr. „Es ist schön, dass der Zuspruch so rege ist", freut sich Sonntag. Für einen warm­herzigen Rahmen, der Gebor­genheit schafft, sorgt das Kaminzimmer, in dem Kaffee und Kuchen gereicht werden. Ehrenamtliche, die mit Unter­stützung des Deutschen Trau­erinstituts speziell für die Trauerarbeit ausgebildet wur­den, hören zu, begleiten und beraten Betroffene in ihrer schweren Lage.

Eine Witwe, deren Ehe­mann bei einem Motorradun­fall ums Leben kam, beklagte sich darüber, dass für Hartz IV-Empfänger, Rentner oder Dro­genabhängige Infobroschü­ren erhältlich sind, die Hilfe­stellung geben. Für Betroffe­ne, die einen nahen Angehö­rigen verloren haben, stehe ei­ne solche Hilfe kaum zur Ver­fügung. „Solche Anregungen nehmen wir auf und werden sie bei zuständigen Stellen vorbringen", sagt Sonntag.

Die nächsten Wochen sind ein Testlauf. Bleibt die Reso­nanz positiv, wird das Trauer-Cafe im August-Mäteling-Haus eine feste Einrichtung.

Das Trauer-Cafe ist jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr geöffnet.