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Mittwoch, 10.05.2006

Wenn die Geschwindigkeit zählt

Notfall "Schlaganfall - der große Fortschritt der Stroke-Unit". Vier Krankenhäuser im Kreis gerüstet.

Die regionale Versorgung weiter optimieren. Heute "Deutscher Schlaganfalltag"

Vier zertifizierte Stroke Units gibt es im Kreis Recklinghausen und die engagieren sich heute, am Deutschen Schlaganfall-Tag, besonders. Telefon-Aktionen zum Thema bieten an das Elisabeth-Krankenhaus Recklinghausen
(12 bis 16 Uhr), das Barbara-Hospital Gladbeck (14.30 bis 16 Uhr) und das Ev. Krankenhaus Castrop-Rauxel (10 bis 15 Uhr).

Das Recklinghäuser Knappschaftskrankenhaus folgt mit einem kompletten Aktionstag am kommenden Sonntag, bei dem das Thema Schlaganfall
ebenfalls eine Rolle spielt (die WAZ berichtet noch).

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall und muss schnellstmöglich qualifiziert behandelt werden. Dazu sind besonders die Stroke Units qualifiziert. Bis zum Jahr 1982 galt ein Schlaganfall, verursacht durch den Verschluss eines das Gehirn versorgenden Blutgefäßes, als ursächlich nicht behandelbar.

Die häufig dramatischen Folgen mit körperlicher Behinderung oder gar Tod waren schicksalhaft. Im Jahr 1982 gelang es den Aachener Neurologen
Prof. Hermann Zeumer und Prof. Klaus Poeck weltweit erstmalig, ein verschlossenes Blutgefäß wieder zu öffnen und so erfolgreich gegen den Schlaganfall vorzugehen.

Aktuell können Schlaganfälle unmittelbar nach ihrem Auftreten mit moderner Bilduntersuchung des Gehirns mit der Computertomographie oder Kernspintomographie diagnostiziert werden. Ziel der Behandlung ist die schnellstmögliche Wiederherstellung der Durchblutung durch die Lyse-Behandlung, die Wiedereröffnung des verschlossenen Blutgefäßes. Dazu muss die Behandlung so früh wie möglich innerhalb von drei Stunden nach dem akuten Schlaganfall beginnen.

Aktuell werden leider noch immer weniger als 30 Prozent aller Schlaganfälle als
Notfälle erkannt und einer qualifizierten Behandlung zugeleitet. Dies gelte es zu
verbessern, fordern die Chefärzte der vier Stroke Units.

Im Arbeitskreis Regionale Schlaganfallversorgung sind Vertreter aller Krankenhäuser im Kreis gemeinsam mit dem Kreisgesundheitsamt,
der Ärztekammer und Vertretern der Krankenkassen aktiv, mit dem Ziel, die regionale Schlaganfallversorgung zu optimieren.

Die Symptome, die es zu beachten gilt:
Plötzliche Lähmungen, Schwäche oder Taubheit einer Körperhälfte; plötzliches Erblinden eines Auges oder Sehstörungen; plötzliches Auftreten von Sprachstörungen oder Störungen, Sprache zu verstehen; Schwindel mit Gangunsicherheit; heftigste Kopfschmerzen.

Jedes dieser Symptome kann, muss aber nicht zwangsläufig durch einen Schlaganfall verursacht sein. Erst die sofortige weitere Untersuchung kann
dies klären.


Spezielle Station für die Patienten

Die Stroke-Unit ist eine spezielle Station für Schlaganfallpatienten auf der besonders geschulte und erfahrene Ärzte, Schwestern, Pfleger und Therapeuten tätig sind.

Dazu ist eine Stroke-Unit eingerichtet wie eine herkömmliche Intensivstation mit
entsprechender Überwachung vieler Messwerte u. a. dem Blutdruck, der Herzfrequenz und der Atmung. Die Qualitätsanforderungen an eine Stroke-Unit sind dazu außerordentlich hoch. Sie werden geprüft von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft.