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Welche Krankheitsbilder werden behandelt?
Unsere Krankenhäuser bieten Diagnostik und Therapie für die verschiedensten Krankheiten an.
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Zertifizierte Stroke Unit am Elisabeth-Krankenhaus Recklinghausen!
Die Abteilung für Geriatrie/Neurologie (CA: Dr. Th. Günnewig) ist auf die Behandlung von Erkrankungen der zweiten Lebenshälfte spezialisiert, so dass bei einer im Ruhrgebiet einma-ligen Kombination der medizinischen Fächer Geriatrie und Neurologie Krankheiten des Ner-vensystems, insbesondere unter Berücksichtigung des Alters des Patienten, speziell behan-delt werden.

Unser Chefarzt (Mitte) mit den Oberärzten

Darstellung eines akuten Gefäßverschlusses in der Arteria cerebri media

und dessen erfolgreiche Wiedereröffnung nach Lyse
Die Abteilung für Geriatrie/Neurologie (CA: Dr. Th. Günnewig) ist auf die Behandlung von Erkrankungen der zweiten Lebenshälfte spezialisiert, so dass bei einer im Ruhrgebiet einmaligen Kombination der medizinischen Fächer Geriatrie und Neurologie Krankheiten des Nervensystems, insbesondere unter Berücksichtigung des Alters des Patienten, speziell behandelt werden.
In der Abteilung werden Krankheiten des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und der Muskulatur untersucht und behandelt. Darunter fallen z.B. Schlaganfälle, Hirnhautentzündungen, Parkinson Syndrome, Demenzen, Bandscheibenvorfälle, Epilepsie, Muskelerkrankungen, Nervenveränderungen bei Diabetes mellitus oder anderen Stoffwechselkrankheiten. Im Jahr 2003 wurden 1200 Patienten stationär betreut. Zur Behandlung und Diagnostik werden alle gängigen neurologische Untersuchungsverfahren angewandt, wobei das technische bzw. diagnostische Untersuchungsangebot für die Patienten wenig belastend ist. Es werden Hirnstrommessungen (EEG), Ultraschall-untersuchungen der Hals- und Gehirnschlagadern (extra- und transkranielle Doppler- und Duplexsonographie) sowie Muskel- und Nervenmessungen (EMG/Neurographie) durchgeführt. Ebenfalls werden die Rückenmark- und Gehirnbahnen vermessen (evozierte Potenziale). Zur Diagnostik entzündlicher oder degenerativer Erkrankungen des zentralen Nervensystems ist eine Nervenwasseruntersuchung (Lumbalpunktion) notwendig. Die neuroradiologischen Verfahren finden in der Abteilung für Radiologie des Hauses statt. Hier können Computertomographie, Kernspintomographien (MRT) sowie konventionelle Röntgenaufnahme, Angiographien als auch Myelographien durchgeführt werden.
Ein besonderer Schwerpunkt der Abteilung ist, bei im Alter zunehmenden Durchblutungs-störungen des Gehirns, die Akutbehandlung des Schlaganfalls mit seinen multiplen Ursachen. Hierzu ist seit Jahren eine spezielle Schlaganfallsbehandlungseinheit, die so genannte „Stroke-Unit“ mit anfänglich drei und seit Anfang 2003 vier Betten eingerichtet worden, in der 2003 insgesamt 200 Patienten behandelt wurden. Diese Betten verfügen allesamt über eine Monitor-Überwachungsanlage zur kontinuierlichen Registrierung des Blutdrucks, des Pulses, der Sauerstoffsättigung als auch der Atmung und der Temperatur. Durch ein festes therapeutisches Management angelehnt an die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft, ist eine Akutbehandlung eines ischämischen Ereignisses des Gehirns (Schlaganfall oder Apoplex) rasch möglich. Unter Berücksichtigung der modernen Therapieverfahren ist die Stroke-Unit zur Akutbehandlung in den ersten Stunden des Schlaganfalls unabdingbar, da hier die notwendigen Untersuchungen und medizinischen Maßnahmen besonders schnell eingeleitet werden, denn jede Minute zählt.
Insbesondere die Lysetherapie, das heißt die Auflösung von Blutgerinnseln im Gehirn innerhalb der ersten Krankheitsstunden, wird seit 2002 regelmäßig bei den zu dieser Therapiemaßnahme in Frage kommenden Patienten durchgeführt, wobei hier ein besonderes Maß an Kooperation aller beteiligten Mitarbeiter und Abteilungen notwendig ist. Die gute Wirksamkeit der Lysebehandlung ist nur für einen Zeitraum von 3 Stunden nach Symptombeginn eindeutig nachgewiesen, spätere Lyseversuche sind nur als individueller Therapieversuch zu betrachten und Unterliegen keiner Zulassung seitens des BfArM. Es ist daher im Rahmen der Notaufnahme wichtig, den Symptombeginn genau zu terminieren und mögliche Kontraindikationen zu erfassen. Hierzu ist eine gründliche neurologische Untersuchung notwendig, die durch einen eigenen neurologischen Bereitschaftsdienst kontinuierlich sichergestellt wird. Gleichzeitig müssen die notwendigen Laborparameter parallel analysiert werden, um möglichst wenig Zeit zu verlieren. Ferner erfolgt im Anschluß an die körperliche Untersuchung rasch eine computertomographische Darstellung der Gehirns um zum einen eine Hirnblutung als Ursache der neurologischen Ausfalls-symptomatik auszuschließen und zum anderen einen Überblick über das möglich Ausmaß der Hirnschädigung zu erhalten. Weiter erfolgt eine –ebenfalls computertomographische- Darstellung des basalen cerebralen Gefäßsystems um eventuelle embolische Verschlüsse in den Hauptarterien des Gehirns nachzuweisen und im weiteren Verlauf den Erfolg durch Rekanalisation des zuvor verschlossenen Gefäßes zu überprüfen.
In Abhängigkeit von diesen Befunden wird dann die Indikation zur Lysetherapie durch den Chefarzt oder die Oberärzte gestellt, die dann unter den engmaschigen Überwachungsbedingungen der Stroke-unit oder der interdisziplinären Intensivstation erfolgt.
Im Rahmen der weitergehenden Diagnostik und Ursachenergründung wird zeitnah zur Aufnahme eine dopplersonographische Untersuchung der Halsschlagadern durch geführt um stenosierende Gefäßprozesse mit der Möglichkeit artheroarterieller Embolien zu detektieren.
Hierbei wird mit einer Messsonde, die Schallwellen aussendet und empfängt, die Geschwindigkeit des fließenden Blutes in den großen Hals- und Hirngefäßen aufgezeichnet. Durch diese schmerzlose und nicht verletzende Untersuchung können Verengungen der Blutgefäße, die Ausgangsort für einen Hirninfarkt sein können, genau festgestellt werden. In Ergänzung zur Dopplersonographie kann zur Beurteilung des Gefäßes selbst, ebenfalls mittels Ultraschall, ein Bild des Gefäßes über den Duplexsonographen erstellt werden. Im Rahmen dieser Untersuchung ist es möglich, auch kleinere Veränderungen im Sinne arteriosklerotischer Plaques, welche bei der Dopplersonographie-Untersuchung nicht erfasst werden können, darzustellen. Ferner ist diese Untersuchung notwendig, um bei hochgradigen Gefäßverengungen den Restfluss des Blutgefäßes genauer zu bestimmen. Für den Fall eines dann noch nicht eindeutigen Befundes käme die kernspintomographische Gefäßdarstellung der Halsschlagadern zum Einsatz. Als letzte Möglichkeit einer genauen Gefäßdiagnostik der Halsgefäße, aber insbesondere der intracraniellen Blutzirkulation, ist die Cerebrale Angiographie anwendbar. Hier können die Hirngefäße innerhalb des Gehirns als auch die zuführenden Gefäße entsprechend dargestellt werden. Es handelt sich hierbei um eine Röntgenuntersuchung, bei der ein Katheter im Bereich der Leiste eingebracht wird und bis zu den Halsschlagadern vorgeschoben wird. Danach wird ein röntgendichtes Kontrastmittel injiziert, um die Gefäße gut zu kontrastieren, und eine Serie von Röntgenaufnahmen dokumentiert den entsprechenden Gefäßverlauf. Dieses Verfahren ist durch die weniger invasive und risikoärmere Möglichkeit der Gefäßdarstellung mittels Kernspintomographie in den Hintergrund getreten, wird nur bei speziellen Fragestellungen für notwendig erachtet.
Neben dieser Diagnostik der Ursachen und der Kontrolle der Vitalparameter erfolgt in der Stroke-unit eine frührehabilitative Komplex-Behandlung, wo beim betroffenen Patienten bereits am Folgetag der Aufnahme, sofern das Ausmaß der Erkrankung es zulässt und keine Kontraindikationen bestehen, eine krankengymnastische, ergotherapeutische als auch sprachtherapeutische Behandlung begonnen wird. Diese erfolgt in täglicher Absprache mit den behandelnden Ärzten als auch mit dem Pflegepersonal, damit einerseits ein regelmäßiger Informationsaustausch über aktuelle Veränderungen oder Komplikationen erfolgen kann, gleichzeitig aber auch alle therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen entsprechen über den Tag verteilt werden um zu starke Anstrengungen zu vermeiden, die in der Frühphase der Ischämie eher kontraproduktiv sind. Durch diese frühe physiotherapeutische Intervention ist die Vermeidung von Fehlhaltungen und falschen Bewegungsmustern mit Sekundärschäden im Bewegungsablauf gewährleistet. Die intensive und rasch beginnende medikamentöse, physiotherapeutische und ergotherapeutische sowie logopädische Behandlung kann je nach Ausmaß der Schädigung Komplikationen verhindern und für die Rehabilitation bereits wichtige Vorleistungen erbringen, um langfristig eine deutlich bessere Rückbildungsprognose zu erreichen. Die Verfahren sind allgemein anerkannt und werden von den entsprechenden Fachgesellschaften regelmäßig einer kritischen Supervision unterzogen.
Es erfolgt seit 2000 eine externe Qualitätssicherung im Schlaganfallverbund Nordwestdeutschland, in dem die Abteilung mit ihrer Stroke-Unit registriert ist. Die im Rahmen dieser Qualitätssicherung regelmäßigen Bewertungen ergeben auch für kleinere Abteilungen die Möglichkeit einer konsequenten Optimierung der diagnostischen Abläufe und therapeutischen Maßnahmen, so dass der Erhalt der Zertifizierung eine erfreuliche Konsequenz dieser kontinuierlicher Optimierungsarbeit ist.
Neben der Akutbehandlung erfolgen jährlich mehrere Aufklärungs- und Informations-veranstaltungen um in der Bevölkerung das Bewusstsein für „Time is brain“ zu verstärken und die frühzeitige fachneurologische Behandlungsaufnahme zu initiieren, damit zur suffizienten Therapie auch der möglichst schnelle Beginn erfolgen kann. Die ersten Erfolge zeigen sich in einer kontinuierlichen Steigerung der Anzahl der durchgeführten Lysebehandlungen (2002: 2; 2003: 5; 2004: bisher 7). Hierzu finden neben einer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe für Betroffene und deren Angehörige regelmäßig Vorträge für Patienten, aber auch z.B. Pflegepersonal in Seniorenheimen oder Pflegediensten statt. Ferner erfolgte in den letzten Jahren mehrmals der Besuch des Schlaganfallmobils, zuletzt am 27.10.2004, im Rahmen dessen für die zahlreichen Interessenten eine individuelle Beratung und Analyse des Risikoprofils durchgeführt wurde. Wegen der hohen Nachfrage mussten in der Vergangenheit auch mehrmals im Jahr Termine angeboten werden, die dann zusätzlich durch die Mitarbeiter der Abteilung wahrgenommen wurden.