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Zwei Millimeter reichen aus
So winzig klein ist die Einstichstelle bei der sanften Behandlung von Rückenbeschwerden.
Ärzte aus ganz Deutschland informierten sich in Recklinghausen und sahen Live-OP im Elisabeth-Krankenhaus.

Dr. Bernd Ferkmann stand am Wochenende im Süder Elisabeth-Krankenhaus im Blickpunkt. 27 Fachärzte informierten sich über die "sanfte" Wirbelsäulen-OP.
So winzig klein ist die Einstichstelle bei der sanften Behandlung von Rückenbeschwerden.
Ärzte aus ganz Deutschland informierten sich in Recklinghausen und sahen Live-OP im Elisabeth-Krankenhaus.
Die sanfte Behandlung von Rückenbeschwerden und insbesondere von Bandscheibenproblemen stand im Mittelpunkt eines zweitägigen Workshops im Elisabeth-Krankenhaus.
27 Fachärzte aus ganz Deutschland drängten sich am Samstag rund um die Operationstische im Süder Krankenhaus, um insbesondere Dr. Bernd Ferkmann einen Blick über die Schulter zu werfen. Die an neun Patienten im Rücken- und Halswirbelbereich durchgeführte "DISC Nucleoplasty" ist ein minimaler Eingriff von außen. Wenn die Behandlung mit Physiotherapie und Schmerzmitteln oder Injektionen keinen Erfolg zeigt, muß operiert werden. Im Gegensatz zu den üblichen Operationsmethoden bei einem Bandscheibenvorfall mit einem Schnitt links und rechts der Wirbelsäule wird bei dieser Methode das Muskelgewebe nicht verletzt.
Der Eingriff über die rund zwei Millimeter große Einstichstelle geht in den meisten Fällen in wenigen Minuten über die Bühne und kann sogar mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt werden.
Realtiv neu ist die Möglichkeit, neben der Behandlung an der Lendenwirbelsäule den Eingriff im Halswirbelbereich durchzuführen. Bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbel leiden die Patienten verstärkt unter Nacken- und Armschmerzen. Mit dem minimalen Eingriff an der Halswirbelsäule sind die meisten Patienten nach wenigen Tagen schmerzfrei. In den ersten Tagen muß noch eine Halskrause getragen werden.
Unter Beobachtung mit einem Röntgengerät wird bei der minimal-invasiven Behandlung eine Nadel in das Zentrum der auf die Nerven drückenden Bandscheibe eingebracht. Die Nadel sendet Radiowellen aus, die das überschüssige Bandscheibengewebe zerstören und die Größe der Ausbeulung an der Bandscheibe reduzieren. Dieses lindert dann nicht nur den Druck innerhalb der Bandscheibe, sondern auch den auf die Nerven ausgeübten Druck und damit den Schmerz. Dieses seit 2001 in Deutschland angewandte Verfahren hat für den Patienten den Vorteil einer schnelleren Genesung und ermöglicht den Verzicht auf teure und langwierige Reha-Maßnahmen. Zudem ist der Operierte meist nach zwei Wochen wieder arbeitsfähig und kann auch wieder uneingeschränkt Sport ausüben.
Die Behandlungsmethode kommt nicht für jeden Fall von Bandscheibenproblemen in Betracht. Rund fünf Prozent der Menschen mit Schmerzen im Rücken- und Halsbereich kommen für den minimal-invasiven Eingriff infrage.
Quelle: WAZ